Pressemitteilung


ewi Energietagung beleuchtet die Digitalisierung in der Energiewirtschaft
8. November 2017 in der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung in Köln

Der Megatrend „Digitalisierung“ hat mittlerweile auch den Energiesektor voll erfasst. Gerade im Bereich der Elektrizität, die sich durch hochfrequente, komplexe Steuerungsprozesse auszeichnet, werden enorme Potenziale des Einsatzes moderner digitaler Technologien erwartet. Hinzu kommen die Veränderungen in wichtigen Verbrauchssektoren wie Wärme und Verkehr sowie der fortgesetzte Ausbau wetterbedingter Erzeugungstechnologien, vor allem von Wind- und Solarkraftwerken. Vor diesem Hintergrund wird der Koordinationsbedarf im Energiesektor absehbar exponentiell steigen. Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ist bei dieser Koordinationsaufgabe von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen optimal auf diese Gestaltungsaufgabe abgestimmt werden, so dass Marktteilnehmer effizienten Anreizstrukturen folgen.

Diese und weitere Aspekte der „Digitalisierung der Energiewirtschaft“ diskutierte das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) im Rahmen seiner diesjährigen Tagung. Hierbei kamen prominente Vertreter verschiedener Disziplinen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort, wie beispielsweise Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen oder Prof. Dr. Jürgen Kühling, LL.M., Mitglied der Monopolkommission sowie Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht, Immobilienrecht, Infrastrukturrecht und Informationsrecht an der Universität Regensburg. Weitere Referenten waren unter anderem: Prof. Dr. Andreas Löschel, Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Andreas Gentzsch, BDEW; Prof. Dr. Reinhard Madlener, RWTH Aachen; Dr. Andreas Hoffknecht, Energienetze Mittelrhein. Zudem berichteten Wissenschaftler der Wissensfabrik ewi Energy Research & Scenarios (ewi ER&S) in Kurzvorträgen über aktuelle Forschungsprojekte zur Digitalisierung, Sektorenkopplung und Elektromobilität.

„Die verstärkte Nutzung digitaler Technologien ist von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung der Energiewirtschaft. Allerding gibt es noch erheblichen Nachholbedarf, auch bei der politischen Ausgestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen“, betonte Institutsdirektor Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge zur Eröffnung der Tagung.

Bei der Veranstaltung stellten sich auch zwei neue Professoren an der Universität zu Köln den Teilnehmern vor: Prof. Dr. Wolf Ketter, Wirtschaftsinformatik und dritter Direktor am EWI, sowie Prof. Dr. Torsten Körber, LL.M., Bürgerliches Recht, Kartell- und Regulierungsrecht sowie Recht der digitalen Wirtschaft und Direktor des neuen Instituts für Energiewirtschaftsrecht an der Universität zu Köln.

„Maschinelles Lernen kann einen großen Beitrag zur erfolgreichen Gestaltung der Energiewende leisten“, führte Prof. Dr. Wolf Ketter aus. In seinem Vortrag stellte Ketter unter anderem Ergebnisse seiner aktuellen Forschung vor, beispielsweise wie elektrische Fahrzeugflotten zu virtuellen Kraftwerken aggregiert und am Regelleistungsmarkt eingesetzt werden können. Hieraus ergäben sich einerseits zusätzliche Einnahmen auf Seiten der Betreiber von elektrischen Fahrzeugflotten, andererseits könnten die Flexibilitätsbedarfe der Gesellschaft zu geringeren Kosten gedeckt werden, so Ketter.

Dr. Christina Elberg, Geschäftsführerin von ewi ER&S, sprach sich dafür aus, die Digitalisierung zu nutzen, um Koordinationsprobleme bezüglich der Koordination von Netz, Erzeugung und Nachfrage zu adressieren.

Im Rahmen der Tagung wurde auch der Theodor-Wessels-Preis verliehen. Der Preis zeichnet regelmäßig herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus, welche der Energiewirtschaft neue Impulse geben. Die diesjährigen Preisträger sind: Dr. Simeon Hagspiel (Dissertation „Economics and Regulatory Design of Power Systems“ an der Universität zu Köln), Dr. Andreas Knaut (Dissertation „Integration of Renewables in Electricity Systems“ an der Universität zu Köln) sowie Sandra Kretschmer (Masterarbeit „Environmental Effects of Green Energy Consumption“ an der Universität Bayreuth).

Weitere Informationen sowie das Programm der Tagung finden Sie unter www.ewi-energietagung.de.

Kontakt
Melanie Tillmann
Geschäftsführerin ewi Fördergesellschaft e. V.
Tel.: +49 (0) 221 27729-235, Fax: +49 (0) 221 27729-400
Vogelsanger Straße 321a, 50827 Köln
melanie.tillmann@ewi.uni-koeln.de
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